SPD-Stadtratsfraktion will Wöhrder Totengräberhäuschen helfen

Stadt schießt aus Edelmetallerlösen 10.000 Euro zu

  • von  Dr. Daniela Hüttinger
    24.07.2017
  • Beiträge, Hüttinger, Wöhrd, Ältestenrat

Nachdem sich die Kirchengemeinde St. Bartholomäus mit der Bitte um finanzielle Unterstützung unter anderem an die Friedhofsverwaltung gewandt hatte, reagiert diese nun in einer Vorlage im Ältestenrat und Finanzausschuss des Stadtrats mit dem Vorschlag, die Spende könne in Höhe von 10 000 EUR aus den Edelmetallerlösen erfolgen. Dies begrüßt die Stadtratsfraktion der SPD.

„Das Totengräberhäuschen am Wöhrder Friedhof ist etwas ganz Besonderes“, meint Stadträtin Daniela Hüttinger, die für den Stadtteil Wöhrd zuständig ist, „es wäre eine Schande, es sprichwörtlich verfallen zu lassen!“ Das Gebäude ist fast 500 Jahre alt und damit eines der ältesten von Wöhrd. Es sei für die Friedhofspflege, als Vorbereitungsraum für die Geistlichen und als Seelsorgeraum genutzt worden. Dies sei aber aufgrund von Feuchtigkeitsschäden schon jetzt nicht mehr möglich. Die Statik sei gefährdet, das Dach verfalle. „In Kürze kann es schon nicht mehr gerettet werden“, berichtet Hüttinger, die sich auch anderweitig für Spenden und Sponsoren einsetzen will.

Die Sanierungskosten werden auf über 600 000 EUR geschätzt. Die Maßnahme ist durch die Evangelische Landeskirche in Bayern genehmigt, so dass die Sanierungsmaßnahmen beginnen können. Das Landesamt für Denkmalpflege unterstützt das Vorhaben mit 300 000 Euro. Über 300 000 Euro müssen also von der Kirchengemeinde selbst über eigene Mittel und Spenden getragen werden.

“Es ist ein wichtiges Signal, dass die Stadt Nürnberg hier einen Beitrag leistet!“ freut sich Hüttinger. Den Mitteleinsatz über die Edelmetallerlöse zu finanzieren, entspricht den Vorgaben des § 11 der Bestattungs- und Friedhofssatzung. Danach sind „die aus der Verwertung der Rückstände solcher Implantate entstehenden Erlöse zur Förderung einer Kultur der Pietät, des Sterbens und der Totenruhe zu verwenden“, heißt es in der Vorlage. „Jetzt gilt es weiter um Spenden und Mittel zu werben“, fordert Hüttinger, „das Totengräberhäuschen muss gerettet werden!“