Mehr Straßenbäume in Nürnberg

Pilotprojekt gefordert

  • von  Lorenz Gradl
    09.03.2017
  • Anträge, Gradl, Umwelt
  • Status: offen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,  

aus dem Straßenbaumbericht 2015 geht hervor, dass sich ein positiver Saldo aus Fällung und Pflanzung insgesamt ergibt. Es wurden 118 Bäume gefällt, aber 331 Bäume gepflanzt. Dies entspricht einem Plus von 213 Bäumen. Ein guter Anfang.  

Nach Angaben der „Bäume für Nürnberg Stiftung“ fehlt in der Kernstadt jedoch eine erhebliche Anzahl an Straßenbäumen. Dieses Defizit etwa mittelfristig ausgleichen zu wollen, erscheint in unserer dicht bebauten Stadt, in der im Gegensatz zu anderen Städten historisch keine großen Parkanlagen errichtet wurden, schwierig. Aber die Stadt sollte jetzt damit beginnen und die planmäßige Mehrung des Straßenbaumbestandes in der Kernstadt zu einem verbindlichen städtebaulichen Ziel erklären. Gerade in Zeiten des Klimawandels, in denen viele Bäume mit den Folgen mangelnder Feuchtigkeit kämpfen und auch Gefahr laufen, abzusterben, muss dem drohenden Verlust von Bäumen entgegengesteuert werden. Worauf es hier ankommt ist, dass es von Jahr zu Jahr schrittweise und sichtbar vorangeht.  

Es ist jedoch sehr schwierig in Nürnberg quasi nachträglich in bestehenden Straßen Bäume zu pflanzen, gerade in der Kernstadt. Sehr häufig, nahezu immer, ist das Ergebnis von Instruktionen bei der Suche nach Pflanzstandorten, dass es nicht möglich sei, weil schon die N-Ergie oder andere Spartenträger ihre Leitungen dort verlegt haben.  

Pro Jahr werden die Straßen in der Stadt ca. 14.000 mal aufgegraben, um Leitungen zu reparieren, neu zu verlegen, Anschlüsse zu verändern usw. Dabei müsste jeweils partnerschaftlich zwischen den Spartenträgern und SÖR geprüft werden, was man tun kann, um bei diesen Bodenöffnungen möglichst kostengünstig auch einen Baumstandort zu generieren. Das setzt voraus, in Gespräche mit der N-Ergie zu treten, um hier Lösungsmöglichkeiten zu finden, setzt aber auch ein „Baummanagement“ bei SÖR voraus, das hier planen und Baumstandorte finden und für geeignet erklären kann. Außerdem fordern wir, sich für den Erhalt der Straßenbäume einzusetzen, indem man ein Bewässerungskonzept entwickelt, um Baumstandorte auch langfristig erhalten zu können. Auch hierzu braucht es Kapazitäten. 

Ein erster Schritt könnte sein, mit der N-Ergie als städtischem Unternehmen eine solche Kooperation im gesamtstädtischen Interesse erproben. Hierzu könnte man im Rahmen eines Pilotprojektes ca. 100 repräsentativ ausgewählte Baustellen für einen möglichen Baumstandort testen, wie das jetzt schon bei den großen Baustellen von SÖR geschieht.    

Die SPD-Stadtratsfraktion stellt deshalb zur Behandlung im Werkausschuss Servicebetrieb Öffentlicher Raum folgenden  

Antrag:  

  1. Die Verwaltung nimmt Gespräche mit der N-Ergie auf und prüft, inwieweit dieser Vorschlag eines Pilotprojekts gemeinsam umgesetzt werden könnte. 
  2. Die Verwaltung berichtet, wie das Straßenbaummanagement derzeit personell bei SÖR verortet ist und ob und wie so ein Pilotprojekt personell umzusetzen wäre.  
  3. Die Verwaltung berichtet, wie die Straßenbäume künftig besser bewässert werden könnten, um sie auch in Zeiten des Klimawandels in der Kernstadt zu erhalten und wie dies möglichst kostengünstig und arbeitsteilig – durchaus auch mit einer Einbeziehung der Bevölkerung – umgesetzt werden könnte.    

Mit freundlichen Grüßen

Antragsteller

Lorenz Gradl

stv. Fraktionsvorsitzender