Zukunftsgewandte Verkehrspolitik statt Lückenschluss Bamberger Straße
Die SPD-Stadtratsfraktion lehnt die Pläne der CSU und der Grünen, den Lückenschluss in der Bamberger Straße herzustellen, im Stadtplanungsausschuss am 18.12.2025 ab.
„Es kommt schon äußerst selten vor, dass die Grünen den Ausbau einer Straße befürworten – und ich verstehe ehrlich gesagt nicht warum. Der verkehrliche Nutzen ist überschaubar. Eine zukunftsgewandte Verkehrspolitik sieht anders aus!“, ordnet der Fraktionsvorsitzende und verkehrspolitische Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion, Dr. Nasser Ahmed, die Situation ein.
Erfahrungsgemäß kosten Straßenbauprojekte in dieser Größenordnung des Lückenschlusses zwischen vier und sechs Millionen Euro, welche die Stadt alleine tragen müsste. Allein die Planungen sollen 250.000 Euro kosten.
„Wir schützen das Knoblauchsland indem wir den Ausbau der STUB vorantreiben, Radwegeverbindungen verbessern und die Stadtteile innerhalb ihrer Grenzen und am Rand maßvoll mit Wohnungsbau ergänzen um den Stadtteilcharakter und die dörflichen Strukturen zu erhalten, dafür möchten wir investieren und nicht in eine einzelne Verkehrsbaumaßnahme“ erklärt Jasmin Bieswanger, SPD Stadträtin aus dem Knoblauchsland.
„Wir stehen zum agrarstrukturellen Gutachten zur Entwicklung des Knoblauchslandes, welches mittlerweile 10 Jahre alt ist. Neben den Entwicklungsmöglichkeiten für die Landwirtschaft, ist der Schutz der Tierwelt vom Kiebitz bis zu den seltenen Kröten, die unter anderem in den Wasserläufen der Bamberger Straße leben, selbstverständlich. Eine über zehn Meter breite Asphaltschneise passt nicht zum Umwelt- und Tierschutz.“ so Bieswanger weiter.
Ein durch die Stadt beauftragtes Gutachten prognostiziert, dass die Schnepfenreuther-Hauptstraße durch den Lückenschluss, wie ihn CSU und Grüne wünschen, um ca. 1.800 Fahrzeuge am Tag entlastet würde. Die Entlastung für andere Straßen liegt im mittleren dreistelligen Bereich.
Mit der Entwicklung des Wohnbaugebietes am Wetzendorfer Park bietet sich die Möglichkeit die Verkehrsströme noch einmal neu zu betrachten und neu zu lenken. Wir sehen derzeit nicht die Notwendigkeit eine einzelne Maßnahme auch im Hinblick auf die Haushaltslage der Stadt Nürnberg durchzuführen.
„Ich habe großes Verständnis dafür, dass die Bewohner:innen von Schnepfenreuth vom Durchgangsverkehr entlastet werden möchten. Es ist jedoch zu befürchten, dass durch den Lückenschluss sogar noch mehr Verkehr angezogen wird“, so Dr. Ahmed.
„Unserer Meinung nach wäre ein Baugebiet mit neuem Wohnraum zwischen Schleswiger- und Bamberger Straße sowie eine dazugehörige und durch einen Investor finanzierte Bypass-Straße deutlich sinnvoller gewesen und hätte auch zur Entlastung von Schnepfenreuth geführt – sie wurden von CSU und Grünen jedoch abgelehnt.“


