Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
der Nürnberger Mietenspiegel ist ein wichtiges Instrument, um Transparenz auf dem Wohnungsmarkt zu schaffen und die ortsübliche Vergleichsmiete nachvollziehbar zu machen. Damit er diese Funktion tatsächlich erfüllen kann, muss er für Mieterinnen und Mieter ebenso wie für Vermieterinnen und Vermieter möglichst einfach zugänglich und verständlich nutzbar sein.
Vor diesem Hintergrund stellt die SPD-Stadtratsfraktion folgenden
Antrag:
Die Verwaltung wird beauftragt,
- zu prüfen, wie der Nürnberger Mietenspiegel künftig zusätzlich als digitales, kostenfreies und niedrigschwelliges Berechnungstool angeboten werden kann,
- das Tool so auszugestalten, dass Nutzerinnen und Nutzer durch die Eingabe der wesentlichen Merkmale ihrer Wohnung eine verständliche Orientierung zur ortsüblichen Vergleichsmiete erhalten,
- bei der Ausgestaltung insbesondere auf eine intuitive Bedienung, Barrierefreiheit, mobile Nutzbarkeit und verständliche Sprache zu achten,
- zu prüfen, ob hierfür bestehende Lösungen anderer Kommunen übernommen oder an die Nürnberger Anforderungen angepasst werden können,
- dem zuständigen Ausschuss über die möglichen Umsetzungsvarianten, die voraussichtlichen Kosten und einen Zeitplan zu berichten.
Die kostenfreie Bereitstellung des Nürnberger Mietenspiegels ist ein wichtiger Schritt. Kostenfreiheit allein gewährleistet jedoch noch nicht, dass der Mietenspiegel im Alltag für alle Menschen gleichermaßen gut nutzbar ist.
Die Berechnung anhand eines umfangreichen Dokuments ist zwar grundsätzlich nachvollziehbar, stellt aber insbesondere für Menschen, die sich nur selten mit mietrechtlichen oder wohnungswirtschaftlichen Fragen beschäftigen, eine Hürde dar. Ein Mietenspiegel erfüllt seine Funktion jedoch nur dann vollständig, wenn die enthaltenen Informationen nicht nur fachlich fundiert, sondern auch einfach zugänglich und verständlich anwendbar sind.
Andere Städte, etwa Darmstadt, bieten bereits digitale Anwendungen an, bei denen die wesentlichen Angaben zur Wohnung eingegeben werden können und anschließend eine verständliche Orientierung zur ortsüblichen Vergleichsmiete erfolgt.
Ein vergleichbares Angebot würde auch in Nürnberg die Anwendung des Mietenspiegels erleichtern und die Transparenz auf dem Wohnungsmarkt erhöhen. Gerade angesichts steigender Mieten ist es wichtig, den Menschen ein Instrument an die Hand zu geben, mit dem sie ihre eigene Miethöhe möglichst unkompliziert einordnen können.
Mit freundlichen Grüßen
