Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
im vergangenen Jahr 2024 hat sich der Gesundheitsausschuss des Stadtrats intensiv mit dem Thema Fachstelle für Geflüchtete und Trauma beschäftigt. Inhaltlich waren sich alle einig, dass die Fachstelle Trauma sehr sinnvoll und erhaltenswert ist. Bei einem persönlichen Besuch vor Ort konnten sich die Fraktionen von der Arbeit und dem Engagement der Mitarbeitenden überzeugen.
Leider hat die Fachstelle mit finanziellen Problemen zu kämpfen, da es sich hierbei nicht um eine kommunale Pflichtaufgabe handelt und die Fachstelle bisher über Mittel aus dem städtischen Haushalt und Projektfinanzierung versorgt wurde. Im Hinblick auf die derzeitige Haushaltslage ist die Finanzierung der Fachstelle Trauma gefährdet.
Die Fachstelle Trauma ist aus humanitären und präventiven Gründen für die Flüchtlinge, aber auch für die Bevölkerung Nürnbergs, sehr wichtig. Aus psychiatrischer und psychotherapeutischer Sicht ist das frühzeitige Erkennen von Verhaltensauffälligkeiten als Folgeerscheinung eines Traumas sowohl für die Betroffenen als auch für die Bürgerschaft von großer Bedeutung. Unerkannte und unbehandelte schwere Traumafolgestörungen können zu auto- oder fremdaggressivem Verhalten führen.
Deshalb ist der SPD-Stadtratsfraktion der Erhalt der Fachstelle Trauma für die Behandlung von Betroffenen und für die präventive Arbeit von essentieller Bedeutung. Die Fachstelle Trauma verfügt über ein gut funktionierendes Team von hochqualifizierten Mitarbeitenden. Nur eine sichere und langfristige Finanzierung kann dafür sorgen, qualifizierte Mitarbeitende zu halten und zu rekrutieren.
Daher stellt die SPD-Stadtratsfraktion zur Behandlung im Gesundheitsausschuss folgenden
Antrag:
Die Verwaltung berichtet
- über die aktuellen Zahlen der Behandlung bei Erstuntersuchung, Beratung der Traumapatient*innen und Vermittlung in psychotherapeutischer Therapie
- über die personelle Situation der Fachstelle Trauma
- über die weiteren Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten durch den Freistaat Bayern
- und über eine mögliche Finanzierung beziehungsweise Teilfinanzierung über die Krankenkassen.
Mit freundlichen Grüßen