Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
die finanzielle Lage der Werkbund Werkstatt Nürnberg gGmbH (WWN) stellt sich aktuell dramatisch dar und gefährdet die Werkstatt in ihrer Existenz.
Sollte es nicht gelingen, die aktuellen finanziellen Probleme zeitnah zu lösen, so droht eine Schließung der WWN.
Die Gründe für die finanzielle Notlage liegen außerhalb des Einflussbereichs der Verantwortlichen.
So wurden vorhandene Rücklagen für den Umzug während der Renovierungsphase des Künstlerhauses sowie für notwendige Anpassungsmaßnahmen an die neuen räumlichen Gegebenheiten nach dem Wiedereinzug aufgebraucht.
Wie viele Einrichtungen spürt auch die WWN noch die Spätfolgen der Corona-Pandemie.
Vor allem jedoch führt der fehlende beziehungsweise deutlich personenschwächere Abiturjahrgang 2025 in Bayern und Baden-Württemberg durch die G8/G9-Umstellung dazu, dass sich deutlich weniger Teilnehmende für das Schuljahr 2025/2026 einschreiben.
Das Zusammentreffen dieser Faktoren kann nicht mehr aus Rücklagen und laufenden Einnahmen kompensiert werden.
Da künftig wieder mit steigenden Teilnehmendenzahlen zu rechnen ist und die Verantwortlichen ab dem Schuljahr 2026/2027 von einer normalstarken Besetzung der Gruppen ausgehen, handelt es sich um keine strukturellen Probleme. Es geht darum, eine temporäre finanzielle Notlage zu überbrücken und den Fortbestand der Werkbund Werkstatt Nürnberg (WWN) abzusichern.
Seit beinahe 40 Jahren vermittelt die Werkbund Werkstatt Nürnberg (WWN) als gemeinnützig-private Bildungseinrichtung in Vollzeit die Grundlagen der Gestaltung in Theorie und Praxis. Durch das neunmonatige Vorstudienjahr können sich junge Menschen auf ein Studium im künstlerisch-gestalterischen Bereich sowie die Aufnahmeprüfungen der Hochschulen vorbereiten. Von vielen Hochschulen wird das Vorstudienjahr als Vorpraktikum anerkannt. Zudem werden Werkstattsemester angeboten, die zur Weiterbildung aber auch als berufliche Neuorientierung dienen.
Die WWN ist seit ihrer Gründung im Künstlerhaus (vormals KOMM und K4) angesiedelt und trägt seitdem wesentlich zur Vielfalt in der konzeptionellen Ausrichtung und zum Charakter des Hauses bei. Die WWN ist dort nicht mehr wegzudenken.
Die WWN ist somit ein wertvoller und traditionsreicher Baustein der Nürnberger Bildungslandschaft und elementarer Bestandteil des kulturellen Lebens in unserer Stadt, den es zu erhalten gilt.
Die Stadt sollte daher dringend und kurzfristig Möglichkeiten finden, der WWN über ihre finanzielle Notlage hinwegzuhelfen, beispielsweise in Form einer zumindest anteiligen Übernahme der Kosten für den Umzug während der Bauphase am Künstlerhaus.
Die SPD-Stadtratsfraktion stellt daher zur Behandlung in der nächsten Sitzung des Stadtrats folgenden
Dringlichkeitsantrag
Die Verwaltung
- findet Möglichkeiten, die WWN bei den Kosten, die durch den zweimaligen Umzug im Rahmen der Generalsanierung entstandenen sind, kurzfristig zu unterstützen.
- berichtet, welche Unterstützung der WWN bei der Durchführung der Umzüge in das Interimsquartier in der Peuntgasse und zurück in das Künstlerhaus sowie bei der notwendigen Anpassung der Einrichtungsgegenstände an die neuen Gegebenheiten im Künstlerhaus gegeben wurde.
Mit freundlichen Grüßen