Home > Bewerbung Weltagrarkulturerbe

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

den Medien haben wir entnommen, dass sich die Metropolregion Nürnberg für das Welt-Agrarkulturerbe bewirbt.

Diese Bewerbung ist ein bedeutendes kultur- und wirtschaftspolitisches Vorhaben, das auch Auswirkungen auf die regionale Landwirtschaft und ländliche Entwicklung haben kann.

Informationen über Inhalte, Ziele, Beteiligte und mögliche Auswirkungen, beispielsweise auf das Knoblauchsland, sind für uns daher von großem Interesse.

Die Bewerbung der Metropolregion Nürnberg als Welt-Agrarkulturerbe wird insbesondere im Knoblauchsland von vielen landwirtschaftlichen Betrieben mit Skepsis betrachtet. Als eines der bedeutendsten zusammenhängenden Gemüseanbaugebiete Süddeutschlands ist das Knoblauchsland in besonderem Maße auf wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten, betriebliche Flexibilität und verlässliche Planungssicherheit angewiesen.

Jedoch ist für die landwirtschaftlichen Betriebe derzeit unklar, welche Auswirkungen die Bewerbung und der Titel Welt-Agrarkulturerbe mit sich bringen wird. Die Sorgen der oft familiengeführten Landwirtschaftlichen Betriebe nehmen wir als SPD Fraktion ernst, gerade wenn es um weitere Auflagen, Entwicklungen der landwirtschaftlichen Flächen aber auch Bewässerung und Produktion geht.

Darüber hinaus wird die Sorge geäußert, dass das Knoblauchsland künftig stärker als schützenswerte Kulturlandschaft und weniger als aktiver Produktionsraum für die regionale Lebensmittelversorgung betrachtet werden könnte.

Vor diesem Hintergrund besteht aus kommunalpolitischer Sicht ein erhebliches Informations- und Klärungsbedürfnis hinsichtlich der tatsächlichen Auswirkungen einer erfolgreichen Bewerbung auf die Betriebe im Knoblauchsland, insbesondere in Bezug auf Planungshoheit, Investitionsmöglichkeiten und langfristige Entwicklungsperspektiven.

Daher stellt die SPD-Stadtratsfraktion zur Behandlung im Ausschuss für Recht, Wirtschaft und Arbeit folgenden

Antrag

Die Verwaltung berichtet über die Bewerbung der Metropolregion Nürnberg zum „Weltagrarkulturerbe“.

Dabei soll auf folgende Punkte eingegangen werden:

  1. Bewerbungsprozess und Verantwortlichkeiten:
    • Welche Ziele werden mit der Bewerbung verfolgt?
  2. Einbindung der landwirtschaftlichen Betriebe:
    • Wurden regionale Landwirtinnen und Landwirte sowie landwirtschaftliche Verbände in die Vorbereitung und Entscheidungsprozesse eingebunden und wenn ja, wie?
  3. Auswirkungen des Titels „Weltagrarkulturerbe“:
    • Welche konkreten Vorteile oder Veränderungen ergeben sich durch den Erhalt des Titels für die Region, insbesondere für die Landwirtschaft, den Naturschutz oder den Tourismus?
    • Sind mit der Auszeichnung Auflagen, Verpflichtungen oder Einschränkungen für Landwirte oder Kommunen verbunden?
  4. Finanzielle Aspekte:
    • Welche finanziellen Mittel wurden bzw. werden für die Bewerbung und mögliche Folgemaßnahmen aufgewendet?
    • Welche Fördermöglichkeiten bestehen durch den Titel?

Mit freundlichen Grüßen