Biergarten und öffentliche Sportangebote am neuen Stadion

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Planungen zum Neubau des Max-Morlock-Stadions schreiten voran. Als SPD-Stadtratsfraktion befürworten wir den derzeitigen Planungsprozess ausdrücklich. Denn genauso wie andere große Infrastrukturen gehört auch ein modernes Bundesligastadion zu Nürnberg selbstverständlich dazu. Nürnberg ist Sport- und Fußballstadt und soll es auch bleiben.

Anstatt nun dauerhaft den Bestand zu sanieren und damit ein veraltetes Konzept dauerhaft zu finanzieren, unterstützen wir den Bau eines multifunktionalen Stadions, das modernsten Ansprüchen genügt.

Der Stadion-Neubau wird nicht nur dem Fußball und dem Profisport dienen. Durch mehr Veranstaltungen im Stadion, den Lern- und Begegnungsort Zeppelinfeld und das neue „Regensburger Viertel“ wird das Areal auch abseits von Großveranstaltungen eine Belebung erfahren. Daher fordert die SPD-Stadtratsfraktion, bei der Entwicklung des Stadionumfelds einen zusätzlichen Fokus auf den Mehrwert für die Öffentlichkeit zu legen.

Insbesondere möchten wir den Fokus auf die Errichtung der in der Machbarkeitsstudie empfohlenen Freizeitsport-Möglichkeiten richten, die für die Allgemeinheit geschaffen werden sollen. Zum Beispiel fehlen seit Jahren Basketball-Felder oder Calisthenics-Anlagen in der Stadt. Diese sollen im Umfeld des neuen Stadions realisiert werden und Tausenden Freizeitsportler*innen dienen.

Darüber hinaus sind weitere Maßnahmen zu prüfen, die einen Mehrwert für die Öffentlichkeit bieten, insbesondere für die bestehenden Anlieger*innen sowie die neu dazukommenden im „Regensburger Viertel“, aber auch für Stadionbesucher. Zum Beispiel fehlt nach der Schließung des „Gärtlas“ eine Kneipe bzw. ein Biergarten im Stadionumfeld. Auch öffentliche Toiletten sind nicht vorhanden.

Das Stadionprojekt sollte daher, wie in anderen Stadien auch, Gastronomie für das Umfeld schaffen, die unabhängig von Spieltagen eine Belebung des Areals begünstigt. Zudem spielt das Funktionsgebäude am Max-Morlock-Platz, das aktuell einen Fanshop beherbergt, in den Planungen für ein neues Stadion keine Rolle und soll abgerissen werden. Es ist zu prüfen, ob hier oder an anderer Stelle auf dem Stadiongelände (oder im Stadion selbst) Räumlichkeiten geschaffen werden können, die rund um das Jahr der Öffentlichkeit dienen. Insbesondere sind Spieltagsunabhängige Gastronomie, ein Museum, ein Fanshop und Räume für die Fanszene bzw. das Fanprojekt zu prüfen.

Wir brauchen ein Stadion und wir brauchen ein attraktives Stadionumfeld. Davon würde der gesamte Südosten profitieren - und vor allem auch das gerade eben bezogene Quartier „Regensburger Viertel“, das unweit des Stadions liegt.

Daher stellt die SPD-Stadtratsfraktion zur Behandlung im Stadtrat folgenden

Antrag

  1. Die Stadtverwaltung berichtet, wie sie neben dem Stadionbau auch einen Beitrag zur Entwicklung des Stadionareals leisten möchte.
  2. Die Stadtverwaltung prüft, welche Trend- und Breitensportflächen, etwa für Basketball, Calisthenics, Skate, BMX, Fitness-Sport, etc., im Stadionumfeld realisiert werden können und welche planungsrechtlichen Hürden dafür existieren.
  3. Die Stadtverwaltung prüft die Einbindung einer Gastronomie im oder am Stadion, die auch jenseits von Spieltagen betrieben wird zur Aufwertung des gesamten Stadionumfelds. Insbesondere wird das in der Machbarkeitsstudie angesprochene Konzept des 1. FC Nürnberg zur Belebung des „s’Gärtla“ geprüft.
  4. Die Stadtverwaltung prüft die Integration von Museum und Fanshop und Räumen für Fanszene bzw. Fanprojekt auf dem Stadiongelände in die laufenden Planungen. Des Weiteren wird der Bedarf von Kitas (Krippe/Kindergarten) im Stadtteil geprüft. Ein möglicher Bezug zum Sport wäre naheliegend ebenso wie die Einrichtung von Betriebskitas.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Ansprechpartner

Dr. Nasser Ahmed
Sprecher für Stadion