„Möglichkeitsräume“ – Plätze und Straßen für sozial-ökologische Nachbarschaftsideen

Antrag zu den Haushaltsberatungen am 21.11.2019

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

Plätze und Treffpunkte im öffentlichen Raum sind lebendige Orte des Nürnberger Stadtlebens, sie sind Orte der Begegnung und des Miteinanders. Dabei geht es nicht nur um die Planung von Wohlfühlorten durch die öffentliche Hand, sondern auch um Mitgestaltung und Beteiligung. Initiativen, Vereine oder Kulturschaffende haben gute Ideen und spannende Ansätze für Flächen, die nicht aktiv genutzt werden bzw. nicht einladend wirken. Die Anwohner kennen die Bedarfe vor Ort und wollen ihre Ideen ebenfalls einbringen. Als Beispiel sei hier der Platz an der Neubleiche genannt.

Aus Sicht der SPD-Stadtratsfraktion gilt es, dieses schlummernde Potential für mehr Lebensqualität und lebendige Demokratie zu heben. Wir wünschen uns, dass die Stadt soziale Experimente und ökologisches Gestalten vor Ort in Nachbarschaftsstrukturen fördert: Plätze in Stadtteilen könnten – auch temporär – in die Obhut von Vereinen und Initiativen gegeben werden und gemeinsam genutzt werden. Damit würden gleichzeitig Treffpunkte in der Nachbarschaft geschaffen, das gemeinsame vor Ort gestärkt und auch der Anonymität der Großstadt ein Miteinander entgegengesetzt.

Was die jeweiligen Gruppen dafür benötigen, zum Beispiel mehr schattige Bäume, Ruhezonen zum Entspannen, Sitzmöglichkeiten wie Bänke oder Sitzmauern – vielleicht sogar Wasserstellen für Spaß aber auch Kühlung, mehr Platz für Fußgänger und Vieles andere mehr, kann vor Ort ausgehandelt und ausprobiert werden. Langfristig kann so öffentlicher Raum wieder einer wirklichen öffentlichen Nutzung zugeführt werden.Um hier einen Anreiz zu schaffen, braucht es auch finanzielle Unterstützung.

Die SPD-Stadtratsfraktion stellt daher zur Behandlung in den Haushaltsberatungen am 21.11.2019 folgenden

                                                               Antrag:

1) Im Haushalt werden 50.000 € für ein Sonderprogramm für Nachbarschaftsideen zur Aufwertung und Belebung des öffentlichen Raums hinterlegt.
2) Die Verwaltung schafft einen Ansprechpartner für interessierte Gruppen und Initiativen.
3) Im Sinn von mehr lokaler Demokratie wird die Möglichkeit geprüft, die Ideen und Wünsche sowie deren Umsetzung mit Onlinebeteiligung bzw. auch gängigen Beteiligungsverfahren transparent zu machen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Antragstellerin

Dr. Anja Prölß-Kammerer

Fraktionsvorsitzende