Ergänzung des Fahrradstadtplans durch eine "Fahrrad-App"

Heutzutage sollte die Fahrradroute auch digital planbar sein

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,  

wie man am besten mit dem Fahrrad durch das Stadtgebiet kommt, beantwortet die im Mai 2015 erschienene Neuauflage des Fahrradstadtplans sehr gut. Der Plan informiert über die Radverkehrs-Infrastruktur, radverkehrstaugliche Verbindungen in Tempo 30-Zonen, beschilderte übergeordnete Radrouten und Radfernwege sowie Wegebeziehungen im Sebalder und Lorenzer Reichswald.  

Die Erstellung eines solchen Fahrradstadtplans ist äußerst sinnvoll, da die optimale Fahrradroute eben gerade nicht entlang der einschlägigen Verkehrsrouten des motorisierten Individualverkehrs oder des ÖPNV gelegen ist. Möchte man Nutzer anderer Formen des Individualverkehrs zum Umsteigen motivieren, so muss dieses Wissensdefizit ausgeglichen werden. Nur so können die attraktiven Fahrradrouten, die es im Nürnberger Stadtgebiet bereits gibt, gefunden werden und das Fahrradfahren im Stadtverkehr zur positiven Erfahrung werden.  

Die Erstellung eines Fahrradplans in Papierform kann hierfür jedoch nur der erste Schritt sein. Heutzutage sind es VerkehrsteilnehmerInnen gewohnt über dynamische Auskunftswerkzeuge, wie Apps, zu verfügen, welche die individuelle Route planbar machen. Ziel ist es ein ähnlich gutes Auskunftssystem zu gestalten, wie es nach heutigem Stand bereits für den ÖPNV oder den Autoverkehr zu erhalten ist.  

Die Stadt München ist hierfür ein gutes Beispiel: Unter radlroutenplaner.muenchen.de kann man entweder im Voraus bequem am PC oder unterwegs auf der entsprechenden Handy-App die persönliche Radroute planen. Nach gängigem Prinzip können Start- und Zielort im Stadtgebiet eingegeben werden. Zudem kann man zwischen den drei Präferenztypen „schnellste Route“, „grüne Route“ mit besonders großen Anteilen jenseits des Hauptverkehrs sowie „Familienstrecke“, die vor allem große Kreuzungen ausschließt, gewählt werden. Darüber hinaus wird das Angebot des MVV mit einbezogen, so dass auch eine multimodale Weggestaltung möglich ist. Aus diesem Grund werden auch „Bike+Ride“-Stationen auf dem Stadtplan angezeigt.    

In diesem Zusammenhang stellt die SPD-Stadtratsfraktion zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden    

Antrag:   

  1. Die Verwaltung berichtet über die Möglichkeit einer digitalen und möglichst dynamischen Umsetzung des neuen Fahrradstadtplans, beispielsweise in Form einer App. Alternativ wird geprüft, ob die Nürnberger Fahrradrouten auf Google Maps und bei anderen Systemen hinterlegt werden können, so dass sie dort in der Routenplanung (Option: Fahrrad) abrufbar sind.   
  2. Die Verwaltung berichtet über die möglichen Kosten eines solchen Projekts, sowie über Modelle zur Finanzierung.

Mit freundlichen Grüßen

Antragsteller

Nasser Ahmed
Stadtrat

 

und

 

Yasemin Yilmaz
Stadträtin