Baumpflanzungen im Stadtgraben

Eine kurzfristige Alternative zu einer nicht so schnell realisierbaren Begrünungsinitiative für die Altstadt

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, 

Nürnberg ist eine im Mittelalter geplante und gebaute Stadt. Der wenige Raum, der den Stadtbewohnern des Mittelalters zur Verfügung stand, sollte vor allem Wohnraum sowie eine Arbeitsstätte bieten: Erst während der industriellen Revolution ab etwa 1870 dehnte sich Nürnberg explosionsartig aus. Zuvor hatte sich die Bürgerschaft auf engem Raum um die Burg herum gedrängt. Da blieb wenig Platz für weitläufige Grünanlagen, Parks und bewusst eingepflanzte Bäume im Straßenbereich. Jeder Quadratmeter Stadt wurde durchgeplant. Erst 1866 wurde die Aufhebung der Festungseigenschaft von Nürnberg verfügt; das heißt, dass erst dann die aus militärischen Gründen bestehende Einschränkung der Bebauung im Schutzfeld der Mauern wegfiel. Aufgrund dieser ganz spezifischen Baugeschichte der Bürger- und Patrizierstadt Nürnberg fällt der direkte Vergleich mit dem Stadtgrün und –bäumen anderer Städte immer negativ für Nürnberg aus.  

Eine Begrünungsinitiative für die Straßen und Plätze in der Altstadt ist wünschenswert, erfordert jedoch eine langfristige Planung und ist mit erheblichen finanziellen Aufwendungen verbunden. Eine Baumpflanzung im Stadtgraben wäre kurzfristig und mit weitaus geringerem Aufwand möglich. 

Deshalb stellt die SPD-Stadtratsfraktion zur Behandlung im Werkausschuss Servicebetrieb öffentlicher Raum Nürnberg folgenden Antrag:

Die Verwaltung prüft ob Baumpflanzung im südlichen (Königstor zum Ludwigstor) und im östlichen Teil (Königstor bis Rathenauplatz) des Stadtgraben möglich sind.

Antragsteller

 Lorenz Gradl

stellvertretender Fraktionsvorsitzender

lorenz.gradl (at) gmx de