Home > SPD fordert zeitnah Stadtratsbeschluss zur Wochenmarkt-Verlegung:

SPD fordert zeitnah Stadtratsbeschluss zur Wochenmarkt-Verlegung:

Wenn Umzug, dann mit allen.

Die SPD-Stadtratsfraktion fordert nach dem Beschluss des Verwaltungsgerichts Ansbach eine transparente Aufarbeitung und eine unverzügliche Beschlussvorlage zur geplanten Verlegung des Wochenmarkts in die Königstraße. Ziel ist eine rechtssichere Lösung, die allen bisherigen Markthändlerinnen und Markthändlern die weitere Teilnahme ermöglicht.

Das Verwaltungsgericht Ansbach hat am 7. September 2026 die aufschiebende Wirkung der Klage eines Händlers gegen den Widerruf seiner Marktzulassung und Standplatzzuweisung wiederhergestellt. Nach der Prüfung im Eilverfahren hätte die grundlegende Neukonzeptionierung durch den Stadtrat oder einen beschließenden Ausschuss beschlossen werden müssen.

„Die Gerichtsentscheidung macht deutlich, dass eine grundlegende Neukonzeptionierung dieser Tragweite nicht allein innerhalb der Verwaltung entschieden werden kann. Die Kriterien müssen transparent sein, und die Neuordnung muss rechtssicher sowie politisch legitimiert beschlossen werden“, erklärt Anil Altun, rechts- und wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion.

„Für die Umbauzeit des Obstmarktes brauchen wir eine Zwischenlösung, die alle bisherigen Marktstände mitnimmt. Der Standort in der Königstraße darf nicht deshalb zum Ausschluss einzelner Händler führen, weil die Fläche zu eng gedacht wird. Wir wollen deshalb Alternativen und Kombinationen ernsthaft prüfen: zusätzliche Flächen in der Karolinenstraße, im Umfeld der Lorenzkirche sowie – soweit mit dem Bauablauf vereinbar – am Hauptmarkt oder vor der IHK“, betont Christine Kayser, stadtplanungspolitische Sprecherin der SPD-Stadtratsfraktion.

Die SPD-Stadtratsfraktion hatte bereits im Juli eine transparente Einbindung des Stadtrats und eine gemeinsame Lösung zur Sicherung der Händlervielfalt gefordert. Mit ihrem weiteren Antrag verlangt sie nun eine schriftliche Darstellung der bisherigen Entscheidungen sowie eine Beschlussfassung über das weitere Vorgehen.

„Der Markt ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort für viele inhabergeführte Betriebe. Den Wunsch vieler Händlerinnen und Händler nach einer gemeinsamen Verlegung in eine attraktive Lage nehmen wir ernst. Unser Ziel ist deshalb: Wenn Umzug, dann mit allen. Die Planung muss darauf ausgerichtet sein, dass die bisherigen Betriebe ihren Lebensunterhalt weiter am Markt verdienen können“, so Stadtrat Anil Altun weiter.

„Die nötige Verlegung muss jetzt zugleich der Startpunkt für eine zukunftsfähige Entwicklung des Grünen Markts sein. Wir brauchen eine Qualitätsoffensive 2.0: einen Wochenmarkt, der Nahversorgung, regionale und inhabergeführte Betriebe, Aufenthaltsqualität und eine lebendige Altstadt miteinander verbindet. Viele Fragen müssen jetzt sorgfältig analysiert werden: Welche Rolle spielt der Grüne Markt künftig am Hauptmarkt? Kann es verschiedene dauerhafte Marktflächen in der Altstadt geben? Welche Infrastruktur braucht ein Wochenmarkt im 21.Jahrhundert? Diese Fragen müssen während der Interimsverlegung Schritt für Schritt beantwortet werden – denn 2029 kommt sicher“, so Kayser weiter.

Der Wochenmarkt muss wegen der Bauarbeiten am Hauptmarkt und Obstmarkt voraussichtlich mehrere Jahre verlegt werden. Die Stadt rechnet mit der Übergangslösung bis Ende 2029. Die Standortfrage ist damit kein kurzfristiges Provisorium, sondern eine zentrale Entscheidung für die wirtschaftliche Zukunft der Marktbeschicker, die Funktion des Hauptmarkts und die Attraktivität der Nürnberger Altstadt. Der Stadtrat braucht für Interim und für die Zukunft abgestimmte Lösungsvorschläge für den Wochenmarkt im 21.Jahrhundert.