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Kunstfreiheit wahren! Keine Kapitulation vor Rechtsextremisten!

Der kulturpolitische Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion, Michael Ziegler, nimmt die Zensurvorwürfe rund um die Ausstellung „Debüt“ im ehemaligen Kaufhof-Gebäude, das der Stadt gehört, zum Anlass, genauer nachzufragen, wie es um Schutz der Kunstfreiheit in Nürnberg steht. Kuratiert wurde die Ausstellung von der Akademie der Bildenden Künste (AdBK).

„Wir wollen uns die Hintergründe des konkreten Falles erläutern lassen, aber vor allem wollen wir wissen, ob es weitere Fälle gibt, in denen Kunstschaffende eingeschüchtert wurden“, so Ziegler. „Die zentrale Frage ist für uns: Welche Maßnahmen werden in solchen Fällen ergriffen, um die Kunstschaffenden und die Kunstfreiheit gegen Bedrohungen und Einschüchterungsversuche zu schützen?“

Ein Kunstwerk mit antifaschistischer Botschaft wurde nach längeren Diskussionen zwischen der Künstlerin und der Hochschulleitung nicht, wie ursprünglich geplant, im Schaufenster des Kaufhofs ausgestellt worden. Grund für das Vorgehen seien laut Hochschulleitung Drohmails aus der rechten Szene, Berichte in rechtsgerichteten Medien sowie Anträge und Aussagen von AfD-Vertreter:innen gewesen, die der AdBK mangelnde politische Neutralität vorwerfen.

„Es ist in Nürnberg, der Stadt des Friedens und der Menschenrechte, die sich intensiv mit den Konsequenzen aus der NS-Schreckensherrschaft auseinandersetzt, schwer erträglich, dass offenbar aus Angst vor rechtsextremen Drohungen und Einschüchterungen Kunstschaffende von Seiten einer Akademieleitung aufgefordert werden, antifaschistische Kunstwerke zu modifizieren oder sie andernfalls nicht ausstellen zu dürfen“, stellt der Kulturexperte klar. „Sollte die Kunstfreiheit hier aus Angst vor Rechtsextremen beschnitten worden sein, so ist das nicht hinnehmbar.“

Von großem Interesse ist für die SPD-Stadtratsfraktion daher, ob und in welcher Form die Verwaltung über die Bedrohungen und Einschüchterungsversuche informiert war, mit dem sich die Ausstellungsmacher der Ausstellung „Debüt“ konfrontiert sahen. Schließlich fand die Ausstellung ja rund um die städtische Großveranstaltung „Blaue Nacht“ in einem Gebäude statt, dass der Stadt gehört.

„Wir wollen wissen, ob im Vorfeld ein Austausch mit der Verwaltung und den Sicherheitsbehörden stattgefunden hat, um einen ungestörten Ablauf der Ausstellung zu gewährleisten.“, so Ziegler. „Besonders wichtig ist für uns, dass neben der Verwaltung und der Akademieleitung auch die beteiligten Kunstschaffenden zu Wort kommen, um ihre Sicht auf den Sachverhalt darzustellen.“

Kontakt: Michael Ziegler