Acht engagierte Persönlichkeiten verabschieden sich aus dem Stadtrat
Mit Beginn der neuen Wahlperiode hat sich die SPD-Stadtratsfraktion verändert. Gabriele „Gabi“ Penzkofer-Röhrl, Dr. Anja Prölß-Kammerer, Fabian Meissner, Dieter Goldmann, Dr. Ulrich Blaschke, Lorenz Gradl, Diana Liberova und Elke Härtel gehören dem Nürnberger Stadtrat nicht mehr an. Sie alle haben die Arbeit unserer Fraktion über viele Jahre mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen und politischen Schwerpunkten bereichert. Gemeinsam haben sie für ein soziales, gerechtes und lebenswertes Nürnberg gearbeitet. Dafür danken wir ihnen von Herzen.
Gabi Penzkofer-Röhrl: Eine starke Stimme für Frauen und soziale Gerechtigkeit
Gabi Penzkofer-Röhrl hat sich mit großer Beharrlichkeit für Frauenrechte, Gleichstellung und den Schutz vor geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt eingesetzt. Als Mitbegründerin des Nürnberger Frauenhauses war der Gewaltschutz für sie weit mehr als ein politisches Arbeitsfeld – er war eine Herzensangelegenheit.
Auch die Sozial-, Gesundheits- und Seniorenpolitik prägte ihre Arbeit. Sie setzte sich für eine verlässliche medizinische Versorgung, für Menschen in schwierigen Lebenslagen sowie für die gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen ein. Mit ihrer Erfahrung und ihrer klaren Haltung war Gabi Penzkofer-Röhrl über viele Jahre eine prägende sozialpolitische Stimme der Fraktion.
Darüber hinaus setzte sie sich im Ausschuss für Personal und Organisation unermüdlich für die Nürnberger Stadtbeschäftigten ein. Ihr Engagement war dabei stets von einem konsequenten Streben nach Fairness und sozialer Gerechtigkeit geprägt.
Dr. Anja Prölß-Kammerer: 24 Jahre für Bildung und Kultur
Dr. Anja Prölß-Kammerer gehörte dem Nürnberger Stadtrat 24 Jahre lang an. Als Schul- und Kulturpolitikerin setzte sie sich dafür ein, dass Herkunft und Einkommen der Eltern nicht über die Bildungschancen eines Kindes entscheiden. Gute Schulen, zeitgemäße pädagogische Konzepte und gerechte Bildungsangebote standen im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Besonders am Herzen lag ihr die Nürnberger Erinnerungskultur, die für sie stets mit einem intensiven Ringen um den richtigen Weg und ein würdiges Gedenken verbunden war.
Über viele Jahre übernahm sie zudem Führungsverantwortung in der SPD-Stadtratsfraktion, zeitweise als Fraktionsvorsitzende. Mit ihrer ausgewiesenen kommunalpolitischen Erfahrung, ihrer Diskussionsfreude und ihrer klaren sozialdemokratischen Haltung hat sie die Arbeit der Fraktion nachhaltig geprägt.
Fabian Meissner: Bezahlbares Wohnen und eine inklusive Stadt
Fabian Meissner gehörte dem Nürnberger Stadtrat seit 2014 an. Sein politischer Einsatz galt insbesondere dem bezahlbaren Wohnen und den Interessen von Mieterinnen und Mietern. Er engagierte sich dafür, dass Wohnen nicht zum Luxus wird und Menschen unabhängig von ihrem Einkommen ein gutes Zuhause in Nürnberg finden können.
Darüber hinaus brachte er seine Perspektive für eine barrierefreie und inklusive Stadt in die kommunalpolitische Arbeit ein. Sein Anspruch war ein Nürnberg, in dem alle Menschen selbstbestimmt leben und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Dieter Goldmann: Sichere Energie und starke Stadtteile
Dieter Goldmann setzte einen Schwerpunkt auf die Energiepolitik. Eine zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung, der Ausbau erneuerbarer Energien und eine sozial sowie wirtschaftlich tragfähige Wärmewende waren zentrale Themen seiner Arbeit. Dabei hatte er sowohl die Klimaziele als auch die Interessen der Beschäftigten, Unternehmen und privaten Haushalte im Blick.
Eng verbunden war er zudem mit Worzeldorf und den südlichen Stadtteilen. Im direkten Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern griff er konkrete Anliegen vor Ort auf und brachte sie in die Arbeit der Fraktion und des Stadtrats ein.
Dr. Ulrich Blaschke: Wirtschaft, Sicherheit und ein vielfältiges Nürnberg
Dr. Ulrich Blaschke gehörte dem Stadtrat seit 2014 an und arbeitete insbesondere zu wirtschafts- und sicherheitspolitischen Fragen. Als Rechtsanwalt brachte er seine juristische Fachkenntnis in komplexe kommunalpolitische Entscheidungen ein. Eine leistungsfähige Infrastruktur und gute Rahmenbedingungen für Nürnbergs Wirtschaft waren ihm dabei besonders wichtig.
Gleichzeitig setzte er wichtige Impulse für ein vielfältiges und diskriminierungsfreies Nürnberg. Auf seine Initiative ging der Anstoß für einen kommunalen Aktionsplan für queeres Leben zurück. Damit hat er dazu beigetragen, Akzeptanz, Sichtbarkeit und gleichberechtigte Teilhabe in unserer Stadt zu stärken. Auch der Kultur verschrieb er sich mit voller Überzeugung. Mit fundierter Sachkenntnis und großer Leidenschaft machte er sich für die Nürnberger Kulturlandschaft stark.
Lorenz Gradl: Jahrzehntelanger Einsatz für Verkehr und Infrastruktur
Lorenz Gradl gehörte dem Nürnberger Stadtrat seit 1996 an. Über Jahrzehnte beschäftigte er sich besonders mit Verkehr, öffentlichem Raum und kommunaler Infrastruktur. Die Arbeit des Servicebetriebs Öffentlicher Raum, die Stadtentwässerung sowie die Erneuerung von Straßen und Wegen gehörten zu seinen zentralen Themen.
Er setzte sich für einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr, bessere Bedingungen für den Radverkehr und spürbare Verbesserungen in den Stadtteilen ein. Dabei verband er große fachliche Erfahrung mit einem klaren Blick für die praktische Umsetzung kommunaler Entscheidungen. Auch über den Verkehr hinaus engagierte er sich für die unterschiedlichsten Bereiche des städtischen Lebens. Ob Karneval, Kleingärtner oder Bürgervereine: Lorenz Gradl hatte für die Anliegen der Stadtgesellschaft stets ein offenes Ohr und erwies sich als Kümmerer im besten Sinne.
Diana Liberova: Bildung, Integration und internationale Verständigung
Diana Liberova brachte ihre persönliche Geschichte und ihre berufliche Erfahrung in der Pädagogik in die Arbeit des Stadtrats ein. Bildung, Integration und das gute Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft bildeten wichtige Schwerpunkte ihres Engagements.
Sie setzte sich für bessere Bildungschancen, die Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule sowie die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen ein, die Deutsch als weitere Sprache lernen. Auch der interkulturelle und internationale Austausch Nürnbergs war ihr ein wichtiges Anliegen. Darüber hinaus kämpfte sie wie kaum eine Zweite für die Soziokultur in Nürnberg und machte sich mit großem Herzblut für soziokulturelle Räume und Angebote in unserer Stadt stark. Ebenso engagierte sie sich für den Schutz von Natur- und Erholungsräumen in der Stadt.
Elke Härtel: Für gute Arbeit und lebenswerte Stadtteile
Elke Härtel engagierte sich insbesondere für die Interessen der Beschäftigten und für gute Arbeitsbedingungen. Als Gewerkschafterin und langjährige Vorsitzende der Nürnberger Arbeitsgemeinschaft für Arbeit brachte sie die Perspektive der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer konsequent in die kommunalpolitische Arbeit ein.
Zugleich war sie eine starke Ansprechpartnerin für die südlichen Stadtteile. Eine gute wohnortnahe Versorgung, funktionierende Infrastruktur und die konkreten Anliegen der Menschen vor Ort standen für sie im Mittelpunkt. Ihre Politik war geprägt von großer Bodenständigkeit und der engen Verbindung von betrieblicher Erfahrung und kommunaler Verantwortung.
Unterschiedliche Schwerpunkte, ein gemeinsames Ziel
So unterschiedlich die politischen Schwerpunkte der acht ausgeschiedenen Fraktionsmitglieder waren, so klar war ihr gemeinsamer Anspruch: Nürnberg sozial gerechter, lebenswerter und zukunftsfähiger zu machen.
„Unsere Fraktion und die Stadt Nürnberg haben von ihrer Erfahrung, ihrer Fachkenntnis und ihrem großen persönlichen Engagement profitiert. Sie haben zugehört, Verantwortung übernommen und wichtige Entwicklungen unserer Stadt mitgestaltet. Dafür danke ich ihnen im Namen der gesamten SPD-Stadtratsfraktion sehr herzlich“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Michael Ziegler.
Mit ihrem Ausscheiden endet die gemeinsame Arbeit im Stadtrat. Ihre politischen Impulse, ihre Erfolge und ihr langjähriger Einsatz für die Menschen in Nürnberg bleiben.
Liebe Gabi, liebe Anja, lieber Fabian, lieber Dieter, lieber Ulrich, lieber Lorenz, liebe Diana und liebe Elke: Danke für eure Arbeit, eure Haltung und euren Einsatz für Nürnberg!



