SPD-Stadtratsfraktion fordert industrielle Perspektive für den Nürnberger Bosch-Standort
Die angekündigten Abbaupläne bei Bosch NuP1 sind ein schwerer Schlag für den Industriestandort Nürnberg. Mehr als 900 Arbeitsplätze sollen nach Angaben der IG Metall bis Ende 2029 wegfallen. Die SPD-Stadtratsfraktion stellt sich an die Seite der Beschäftigten und des Betriebsrats und fordert von Bosch eine belastbare industrielle Zukunftsperspektive für das Nürnberger Werk.
„Hinter mehr als 900 Arbeitsplätzen stehen Menschen und Familien, die jetzt um ihre Zukunft bangen. Viele Beschäftigte haben über Jahre ihren eigenen Beitrag zur Sicherung dieses Standorts geleistet. Sie haben deshalb zu Recht die Erwartung, dass jetzt nicht einfach Stellen gestrichen werden, sondern ernsthaft um eine Zukunft für das Werk gekämpft wird“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Ziegler.
Bereits seit 2007 haben die Beschäftigten nach Angaben von Betriebsrat und IG Metall mit finanziellen Einschnitten zur Standortsicherung beigetragen. Die nun angekündigte Größenordnung des Abbaus verschärft die Situation grundlegend. Für die SPD-Fraktion muss deshalb die Frage im Mittelpunkt stehen, welche industrielle Perspektive Bosch für Nürnberg über 2029 hinaus sieht.
Harald Dix, Industriepolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion: „Wir werden den Wandel der Automobilindustrie nicht aufhalten. Aber Transformation darf nicht darin bestehen, einen Standort Stück für Stück abzubauen. In Nürnberg gibt es industrielle Kompetenz, Know-how und Beschäftigte, die diesen Wandel gestalten können. Entscheidend ist deshalb, ob Bosch bereit ist, hier in Zukunftsprodukte und neue Wertschöpfung zu investieren.“
Für die SPD-Fraktion steht Bosch damit exemplarisch für eine größere Herausforderung der Nürnberger und regionalen Fahrzeugzulieferindustrie. Digitalisierung, neue Antriebstechnologien und internationaler Wettbewerbsdruck verändern Geschäftsmodelle und Produktionsstrukturen. Die Antwort darauf kann aus Sicht der Fraktion nicht allein Personalabbau sein, sondern muss auch in Innovation, Diversifizierung, Technologietransfer und neuen Produkten liegen.
Die SPD-Stadtratsfraktion hat deshalb bereits Anfang September einen Antrag zur Zukunft der Fahrzeugzulieferindustrie eingebracht. Darin fordert sie unter anderem, die Instrumente von transform_EMN stärker für Nürnberger Unternehmen zu nutzen, gefährdete Investitionen und Arbeitsplätze frühzeitig in den Blick zu nehmen und gemeinsam mit Unternehmen, Beschäftigtenvertretungen, Gewerkschaften, Hochschulen und Forschungseinrichtungen industrielle Perspektiven zu entwickeln.
„Die Stadt kann die Produktentscheidungen eines Weltkonzerns nicht ersetzen. Aber sie kann Unternehmen, Beschäftigte, Forschung und Transformationsangebote zusammenbringen und für gute Standortbedingungen sorgen. Gleichzeitig sind die Konzernleitung von Bosch selbst sowie Bund und Freistaat gefordert. Unser Ziel ist klar: industrielle Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze müssen auch in Zukunft in Nürnberg eine Heimat haben“, so Dix.

