Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
die Hitzesommer der letzten Jahre zeigen deutlich, dass die Nürnberger Innenstadt zu den am stärksten belasteten Bereichen gehört. Dicht bebaute Straßenräume heizen sich massiv auf. Dies stellt insbesondere für ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich vorbelastete Personen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar.
Bäume und zusammenhängende Grünstrukturen gelten in der Forschung als zentrale Elemente einer klimawandelgerechten Stadt. Sie senken die gefühlte Temperatur spürbar, verbessern die Luft- sowie Aufenthaltsqualität und tragen damit aktiv zum Gesundheitsschutz bei. Um den Pflegeaufwand und das Ausfallrisiko zu minimieren, müssen gezielt klimaresiliente Baumarten („Klimabäume“) zum Einsatz kommen – in enger Abstimmung mit aktuellen fachlichen Empfehlungen (wie denen des Zentrums Stadtnatur und Klimaanpassung der Technischen Universität München).
Dieses Vorhaben zahlt direkt auf das übergeordnete Ziel „Erlebnisraum Altstadt“ im Kooperationsvertrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts ein. Darin haben die Kooperationspartner von CSU und SPD bereits vereinbart:
„Die Kooperationspartner verankern die gesamte Königstraße vom Hauptbahnhof über den Hauptmarkt bis hinauf zur Burg als zentrales Projekt im Integrierten Stadtentwicklungskonzept Altstadt und stellen sicher, dass Planung und Umsetzung schrittweise im Rahmen der städtischen Haushalte sowie durch die Einwerbung externer Fördermittel finanziell hinterlegt werden.“
Das Ziel dieser Achse ist als „Klima- und Wohlfühlmeile“ vom Hauptbahnhof bis zur Burg definiert. Um diese Vision mit Leben zu füllen, bedarf es eines integrierten Konzepts. Dieses muss das Stadtklima, den Verkehr, die Aufenthaltsqualität sowie die kommerziellen und öffentlichen Nutzungsansprüche zusammendenken und in schrittweise umsetzbaren Maßnahmen aufzeigen.
Die südliche Königstraße befindet sich aktuell in der Planung der zweiten Ausbaustufe zur dauerhaften, klimaangepassten Fußgängerzone. Der Kooperationsvertrag sieht dafür eine Ausweitung der Maßnahmen vor, gegenüber den Beschlüssen im Stadtplanungsausschuss. Nach dem erfolgreichen Verkehrsversuch 2021 und dem Beschluss zur dauerhaften Beibehaltung im Juli 2023 wird die Straße nun optisch und ökologisch aufgewertet.
In der künftigen Stufe 3 folgt der Vollausbau: eine bauliche Generalüberholung mit einheitlichem Pflaster und niveaugleichem Ausbau ohne Bordsteinkanten. Die in Stufe 2 gepflanzten Bäume werden dabei von vornherein so platziert, dass sie direkt in diesen finalen Ausbau integriert werden können.
Dieses modellhafte, stufenweise Vorgehen sollte auf die gesamte Klima- und Wohlfühlmeile übertragen werden. Erste erfolgreiche Schritte in diese Richtung wurden bereits eingeleitet (siehe Burgstraße).
Die SPD-Stadtratsfraktion stellt hierzu folgenden
Antrag:
Die Verwaltung wird beauftragt:
- Die Klima- und Wohlfühlmeile vom Hauptbahnhof bis zur Burg, die bereits fest verankert ist im Kooperationsvertrag ein integriertes Grün‑ und Baumpflanzkonzept vorzulegen, das insbesondere
- Wasser und Spielpunkte
- zusätzliche klimaresiliente Straßenbäume
- entsiegelte Flächen
- schattige Aufenthaltsbereiche entlang der Achse vorsieht.
- Baumstandorte in der Burgstraße, die bereits in einer Voruntersuchung gesetzt sind, zeitnah umzusetzen aus dem Finanzierungstopf des Masterplan Freiraum speziell für Bäume in der Innenstadt.
- Aufenthaltsort im non-Profit Bereich auf Basis vorliegender Hitzekarten und des Maßnahmenkonzepts zur Klimaanpassung prioritäre Hitze‑Hotspots entlang dieser Achse zu identifizieren und dort kurzfristig umsetzbare Maßnahmen (z.B. Bäume, mobile Beschattungselemente, Wasser- und Spielpunkte und Sitzmöbel) vorzuschlagen.
- Bedürfnisse hitzeempfindlicher Gruppen bei der Planung insbesondere ältere Menschen, Kinder, Menschen mit Vorerkrankungen zu berücksichtigen und besonders ausreichend Sitzgelegenheiten im Schatten vorzusehen.
- Zeit‑ und Finanzierungsvorschlag vorzulegen, wie Maßnahmen entlang der Klima- und Wohlfühlmeile kurzfristig (bis 2030) und mittel‑ bis langfristig (bis 2036) umgesetzt werden können mit den Mitteln der Städtebauförderung.
- Einen Wettbewerb ausloben in einem geeigneten Verfahren (z.B. Ideenwettbewerb) für die Präsentation zur urbanen Gartenschau (UGS) 2030, um die Zukunftsperspektive der 3ten Ausbaustufe zu präsentieren, während parallel bereits die ermittelten Baumpflanzungen und Entsiegelungen vorgenommen werden.
Mit freundlichen Grüßen
