Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
Die SPD-Stadtratsfraktion begrüßt ausdrücklich die Neugestaltung der Nerzstraße im Zuge der Entwicklung des neuen Stadtquartiers Lichtenreuth. Die Entsiegelung zusätzlicher Flächen, die Pflanzung neuer Bäume, die Verbesserung der Aufenthaltsqualität sowie der Ausbau der Fuß- und Radverkehrsinfrastruktur leisten einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Stadtentwicklung.
Gleichzeitig sind die Auswirkungen auf die bestehende Wohnbevölkerung angemessen zu berücksichtigen. Durch die Umgestaltung entfallen elf öffentliche Stellplätze. Zwar entstehen zwei neue Stellplätze und zusätzliche Fahrradabstellanlagen, dennoch reduziert sich das Angebot an öffentlichen Parkmöglichkeiten insgesamt deutlich.
Mit der Fertigstellung des Quartiers Lichtenreuth und der direkten Anbindung an die U-Bahn-Haltestelle Hasenbuck ist zudem mit einer steigenden Nachfrage nach Parkraum im Umfeld zu rechnen. Bereits heute wird der Bereich von Pendlerinnen und Pendlern als Park-and-Ride-Standort genutzt. Der Wegfall weiterer Stellplätze kann den Parkdruck auf die angrenzenden Wohnstraßen zusätzlich erhöhen.
Für die SPD ist eine nachhaltige Mobilitätswende untrennbar mit sozialer Gerechtigkeit verbunden. Die Förderung des Umweltverbundes darf nicht zulasten der Menschen gehen, die in den betroffenen Quartieren wohnen. Bewohnerinnen und Bewohner müssen auch künftig eine realistische Möglichkeit haben, wohnortnah zu parken. Eine Bewohnerparkregelung stellt hierfür ein geeignetes Instrument dar, um den vorhandenen Parkraum vorrangig der Wohnbevölkerung zur Verfügung zu stellen und Parksuchverkehr zu reduzieren.
Die Einführung einer Bewohnerparkregelung schafft einen fairen Ausgleich zwischen den Zielen einer modernen, klimafreundlichen Stadtentwicklung und den berechtigten Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner. Deshalb sollte die Stadt Nürnberg bereits jetzt die notwendigen Vorbereitungen treffen und die Umsetzung parallel zur Fertigstellung der Baumaßnahmen planen.
„Eine lebenswerte Stadt braucht sowohl eine konsequente Mobilitätswende als auch den Schutz der Wohnquartiere. Beides darf kein Widerspruch sein, sondern muss gemeinsam gedacht werden“
Die SPD-Stadtratsfraktion stellt daher zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden
Antrag:
- für das Umfeld der U-Bahn-Haltestelle Hasenbuck die Einführung einer Bewohnerparkregelung zeitnah zu prüfen und dann die erforderliche Umsetzung zu schaffen,
- den räumlichen Geltungsbereich auf die vom Neubauquartier Lichtenreuth sowie den baulichen Veränderungen an der Nerzstraße betroffenen Wohnstraßen abzustimmen,
- die Entwicklung des Parkdrucks nach Abschluss der Baumaßnahmen zu beobachten, und ggf. sofern sich eine Verdrängung des ruhenden Verkehrs in die angrenzenden Wohngebiete abzeichnet, die Bewohnerparkregelung zu erweitern,
- dem zuständigen Ausschuss über die Ergebnisse der Prüfung sowie den möglichen Zeitplan zur Einführung der Bewohnerparkregelung zu berichten.
Mit freundlichen Grüßen

