Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
der Aufseßplatz ist einer der zentralen Orte der Nürnberger Südstadt. Er war lange ein wichtiges Subzentrum für Handel, Nahversorgung, Begegnung und Alltagsleben im Stadtteil. Umso schwerer wiegt der jahrelange Stillstand auf dem Areal des ehemaligen Kaufhof-/Horten-Gebäudes, das in der Stadtgesellschaft inzwischen als „Lago di Aufseß“ bekannt ist.
Nach dem Abriss des Gebäudes ist dort über Jahre eine große Baugrube geblieben. Für viele Menschen in der Südstadt steht dieses Loch sinnbildlich für Stillstand: für fehlende Aufenthaltsqualität, fehlende Sicherheit und Sauberkeit, für eine Belastung des Stadtbildes, für ausbleibende Entwicklung und auch für negative Auswirkungen auf den Einzelhandel und die lokale Wirtschaft rund um den Aufseßplatz.
Im Februar 2026 wurde öffentlich der Startschuss für die Fortführung des Bauprojekts „Schocken-Carré“ bekanntgegeben. Vorgesehen sind unter anderem bezahlbare Wohnungen, Einzelhandelsflächen, soziale Einrichtungen, eine Kita sowie eine Aufwertung des Umfelds. Aus Sicht vieler Anwohnerinnen und Anwohner ist seitdem jedoch bisher kaum erkennbar, wie es konkret weitergeht.
Mit dem angekündigten Schocken-Carré besteht die Chance, eine städtebauliche Lücke zu schließen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, Nahversorgung und soziale Infrastruktur zu stärken und dem Aufseßplatz wieder mehr Bedeutung zu geben. Damit diese Chance auch tatsächlich eingelöst wird, braucht es Transparenz über den aktuellen Stand, den weiteren Zeitplan und mögliche städtische Maßnahmen während der Übergangszeit.
Gerade in einem dicht besiedelten Stadtteil wie der Südstadt sind gute öffentliche Räume, Sauberkeit, Sicherheit, Grünflächen, konsumfreie Aufenthaltsorte und eine funktionierende lokale Wirtschaft besonders wichtig. Der Aufseßplatz darf kein Dauerprovisorium bleiben. Er muss wieder ein Ort werden, der Lebensqualität schafft – für Anwohnerinnen und Anwohner, Familien, Jugendliche und lokale Betriebe. Der Aufseßplatz kann wieder zum Herzen der Südstadt werden.
Die SPD-Stadtratsfraktion stellt deshalb zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden
Antrag:
Die Verwaltung berichtet über den aktuellen Sachstand zum Bauprojekt „Schocken-Carré“ am Aufseßplatz, insbesondere den weiteren Zeitplan und mögliche städtische Maßnahmen während der Übergangszeit
Mit freundlichen Grüßen
