Gebundener Ganztag an Nürnberger Mittelschulen

Gemeinsamer Antrag der Stadtratsfraktionen der SPD, CSU und Bündnis 90/Die Grünen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,  

der gebundene Ganztag ist an den Mittelschulen in Nürnberg seit einigen Jahren gelebte Realität. Daher muss es nun darum gehen, den Status Quo qualitativ zu sichern und Standards festzulegen. Die Konzentration soll hier auf dem Ganztag an Mittelschulen liegen, wohl wissend, dass es natürlich auch an unseren Realschulen und Gymnasien Ganztagsangebote gibt, und dass gerade an den Grundschulen die Verhandlungen zur Ausgestaltung nach dem Ganztagsgipfel laufen.  

Daher erscheint es umso wichtiger, sich gerade aus der Sicht des Sachaufwandsträgers mit dem gebundenen Ganztag an den Mittelschulen qualitativ auseinanderzusetzen. Dabei sind wir uns bewusst, dass die derzeitige Situation mit Übergangsklassen und steigenden Schülerzahlen die Umsetzung der gewünschten Bedarfe sicher erschweren wird. Die Planung mit den dafür notwendigen Einzelschritten sollte dennoch angegangen werden.  

Daher stellen die Stadtratsfraktionen von SPD, CSU und Bündnis90/Die Grünen nach einem gemeinsamen Infogespräch beim staatlichen Schulamt folgenden  

Antrag:  

  1. Die Verwaltung legt dar, welchen Koordinierungsbedarf für den Ganztag sie als Sachaufwandsträger sieht, welche Tätigkeiten hier zu leisten sind, welche Aufgaben und Bedarfe hier Stadtverwaltung und Staatliches Schulamt sehen.
  2. Welche pädagogischen Konzepte verfolgen die Stadt und das Staatliche Schulamt mit den Schulen sowie den personell und konzeptionell eingebundenen Kooperationspartnern? Wie können perspektivisch Voraussetzungen geschaffen werden, um den Ganztag auch pädagogisch qualitativ gut umzusetzen?
  3. Wie soll ein darauf basierendes langfristiges Raumkonzept zum Ausbau des gebundenen Ganztags an den Mittelschulen aussehen – welche Prioritäten sieht hier der Sachaufwandsträger Stadt – welche das Staatliche Schulamt? Wie kann dies mit den gegebenen Schulbauförderrichtlinien umgesetzt werden?      
  4. Das gemeinsame Mittagessen stellt Anforderungen an die Organisation und Ausstattung, aber auch die räumlichen Voraussetzungen sind häufig schwierig. Zu den Aufgabenfeldern zählen auch das Abrechnen mit den Caterern sowie auch die Reinigung der Essensräume und der Räume, die ganztägig genützt werden. Gibt es hier von Seiten der Verwaltung bereits Überlegungen, diese Aufgabe grundlegend anzugehen – wie dies beispielsweise derzeit der Fall ist bei den Kindertagesstätten und Horten?  
  5. Für die individuelle Ausgestaltung des Ganztags an den einzelnen Schulen ist auch das jeweilige Schulbudget von zentraler Bedeutung. Die Verwaltung berichtet, wie sich die Schulbudgets für den gebundenen Ganztag zusammensetzen, wie sich der sogenannte „Kleine Bauunterhalt“ hier darstellt und ob es möglich ist, den Etat für die Ausstattung – wie Bindung an den EKV-Shop oder die ausschließliche Nutzung von VS-Möbeln – flexibler zu gestalten.  

Mit freundlichen Grüßen

Antragstellerin

Dr. Anja Prölß-Kammerer
Fraktionsvorsitzende und
schulpolitische Sprecherin