Kunst im öffentlichen Raum - Realisierung eines Projektes von Kunst im öffentlichen Raum 2021 evtl. Symposium Urbanum 2021 - Ausrichtung durch die Stadt Nürnberg

gemeinsamer Antrag von SPD, CSU, Bündnis 90/Die Grünen und der Ausschussgemeinschaft

  • von  Redaktionsteam
    21.03.2016
  • Anträge

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,  

das legendäre Bildhauersymposium von 1971 Symposium Urbanum feiert im Jahre 2021 50-jähriges Jubiläum. Ein sehr guter Anlass über Kunst im öffentlichen Raum und ihre Bedeutung für die Stadtkultur heute und die städtebauliche Entwicklung langfristig und perspektivisch nachzudenken. Auch die Auseinandersetzung um die Notwendigkeit der kommunalen  Stadtgestaltung durch Kunst, von der klassischen Skulptur  zu temporären Arbeiten, Installationen, street art, sollte neu belebt werden. Hierzu hat der Beirat für bildende Kunst (BBiK) bereits ein Arbeitspapier vorgelegt, dem wir uns im Grundsatz anschließen möchten. Es sieht ein Symposium vor, das alle städtischen und staatlichen Einrichtung und freien Initiativen einbindet. Wünschenswert ist es nach unserer Ansicht, dass die Stadt Nürnberg als Vertreter des öffentlichen Stadtraumes federführend das Symposium ausrichtet. In weiteren Schritten sind Vorgehensweise und weitere  Planungen, Konzepte, Finanzierung, Einbeziehung der Bürgerschaft, Sponsoring, Einberufung von Jurys etc. abzustimmen.  

Insbesondere möchten wir auf folgende Passagen aus der Empfehlung des Beirats für bildende Kunst verweisen: „Kunst im öffentlichen Raum ist seit Jahrhunderten ein fester und herausragender Bestandteil von Stadtkultur. Sie gehört nicht nur zu den ältesten aller Künste, sondern ist auch die öffentlichste unter den Künsten. Sie trägt in besonderer Weise zur Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt bei. Nicht selten stehen bedeutende Werke symbolisch für die ganze Stadt und können wirkungsvoll für die touristische Stadtwerbung genutzt werden. Genannt seien hier die Nanas von Niki de Saint Phalle oder die Haltestellen in Hannover, die Arbeit von Eduardo Chillida am Bundeskanzleramt oder die temporäre Reichstagsverhüllung von Christo und Jeanne-Claude.  

Der Deutsche Städtetag hat schon 2013 darauf hingewiesen, dass in jeder Kommune der Umgang mit Kunst im öffentlichen Raum besonderer Aufmerksamkeit bedarf, und dass in vielen Städten Defizite bestehen.  

Wenn man von „Das Große Rasenstück“ 2006 zur Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland einmal absieht, hat es seit dem Symposion Urbanum 1971 in der Stadt Nürnberg keine bedeutende Ausstellung von Kunst im öffentlichen Raum mehr gegeben. Das Symposium Urbanum 1971 gilt daher bis heute als Meilenstein Nürnbergs für zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum.  

Symptomatisch ist außerdem die für eine Stadt in der Größe von Nürnberg geringe Anzahl der seit dem Jahr 2000 neu installierten Kunstwerke im öffentlichen Raum. Von den 21 Arbeiten, die seitdem aufgestellt wurden, stehen neun Arbeiten im Skulpturengarten.  

Gleichzeitig hat in Nürnberg das Thema vor dem Hintergrund der städtebaulichen Entwicklung in den nächsten Jahren und Jahrzehnten eine besondere Aktualität. Hier sind vor allem die großen städtebaulichen Neubauprojekte Südbahnhof, Tiefes Feld mit Großreuth sowie der Quellepark zu nennen, aber auch Stadterneuerungsgebiete wie der Bielingplatz, das Gebiet um den Bahnhof mit Hauptpost, Bahnhofsplatz und Nelson-Mandela-Platz oder der Aufseßplatz, um nur einige zu nennen.   50 Jahre nach dem Symposium Urbanum ist es daher höchste Zeit, einen neuen Anlauf zu unternehmen. Der Beirat Bildende Kunst empfiehlt vor diesem Hintergrund, dass sich die Stadt Nürnberg dieses Themas annimmt und das Jubiläum mit einem neuen Projekt von Kunst im öffentlichen Raum begleitet. Dabei gilt es auszuloten, wie sich die Begriffe und das Verständnis von öffentlichem Raum und Symposion gewandelt haben. Der in dieser Empfehlung benutzte Begriff Symposion Urbanum 2021 ist als Arbeitstitel für dieses neu zu konzipierende Projekt zu verstehen.“  

Die Stadtratsfraktionen der SPD, CSU, Bündnis90/Die Grünen sowie Die Guten, Freie Wähler, FDP, ÖDP und Piraten unterstützen diesen kulturpolitischen Impuls und stellen daher zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden  

Antrag  

  • Die Verwaltung unterstützt das Anliegen ein Symposium über Kunst im öffentlichen Raum anlässlich des 50jährigen Jubiläum Symposium Urbanum und übernimmt die Ausrichtung, konzeptionelle Arbeit und Koordination. 
  • Die Vorschläge des Beirats für Bildende Kunst dazu werden geprüft und zur Diskussion gestellt.  
  • Die Verwaltung klärt im Vorfeld, wie die finanzielle Unterstützung aussehen könnte – Beteiligung Bund, Land, Stiftungen, Städtebauförderung. 
  • Die Verwaltung gibt einen Überblick über noch Vorhandene, in den 70igern im Öffentlichen Raum gezeigte Arbeiten und legt eine aktuelle Bestandsaufnahme von Kunst im öffentlichen Raum vor.    


Mit freundlichen Grüßen

 

Den Antrag als pdf erhalten Sie hier.

Antragsteller

Dr. Anja Prölß-Kammerer
Fraktionsvoristzende

 

und

 

Ruth Zadek
Kulturpolitische Sprecherin