Equal Pay Day

Noch immer verdienen Frauen in Deutschland ein Fünftel weniger als Männer

„Auch wenn sich der Unterschied ein klein wenig verringert hat, verdienen Frauen in Deutschland rund 22% weniger als Männer. Frauen müssen also im Durchschnitt 79 Tage länger arbeiten, bis sie das Lohnniveau der Männer erreicht haben. Das ist nicht hinnehmbar“, so Gabriele Penzkofer-Röhrl, stv. Fraktionsvorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion anlässlich des Equal Pay Days am 19. März.

„Die Gründe hierfür sind sattsam bekannt: neben dem Skandal, dass gleichwertige Arbeit immer noch nicht gleichwertig bezahlt wird, liegt es auch daran, dass Mädchen und junge Frauen trotz hohen und guten Bildungsabschlüssen dann doch nicht die Studiengänge und Berufe wählen, in denen gut verdient wird. So werden die sogenannten MINT-Berufe weiterhin überwiegend von Männern ergriffen. Angesichts der gesellschaftlichen Erfordernisse sind aber Berufe im Bereich Erziehung und Pflege, die klassischen Frauendomänen, ebenso wichtig und zukunftsträchtig wie die in Naturwissenschaft und Technik – nur eben schlechter bezahlt“ konstatiert die Sozialpolitikerin. „Dringend erforderlich ist die Aufwertung der sozialen Berufe – nicht nur in Bezug auf gesellschaftliche Wertschätzung, sondern auch in Bezug auf eine ihrem gesellschaftlichen Wert entsprechende Entlohnung“, fordert die frauenpolitische Sprecherin.

 

Das diesjährige Motto des Equal Pay Days – Berufe mit Zukunft - Was ist meine Arbeit wert? bringt es also genau auf den Punkt findet Penzkofer-Röhrl, die im Aufbrechen von stereotypen Rollenmustern bei der Berufswahl einen wesentlichen Ansatzpunkt sieht: „Hier sind vor allem auch die Sozialisationsinstanzen wie z.B. die Schule gefragt, aber auch das Vorleben positiver Rollenbilder. Was wir brauchen, ist ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in allen Berufssparten, nicht nur wegen der Geschlechtergerechtigkeit sondern ebenso angesichts des Fachkräftemangels“.

Die Frauenpolitikerin fordert zudem den Abbau der Barrieren, die die Vereinbarkeit von Karriere und Familie immer noch verhindern „dazu gehören flexible, familienfreundliche Arbeitsmodelle und Arbeitszeiten nicht nur für Mütter, sondern ebenso für Väter. Wenn es weiterhin die Frauen sind, die sich alleine der Familienarbeit widmen und nur noch in Teilzeit arbeiten, wird sich die Lohnlücke nie schließen“, kritisiert Penzkofer-Röhrl. Sie hofft hier auf ein neues Denken bei der jüngeren Generation.