Frauentag 2016

Rathaus-SPD fordert zügige Umsetzung der Sexualstrafrechtsreform und familienfreundliche Arbeitszeit

„Nicht nur der Internationale Frauentag sollte Anlass sein, Bilanz zu ziehen wie es um die Gleichstellung von Frauen und Männern steht, sondern wir müssen in unserer täglichen politischen Praxis die immer noch existierende Benachteiligung von Frauen in unserer Gesellschaft abbauen“ mahnt Gabriele Penzkofer-Röhrl, stv. Vorsitzende und frauenpolitische Sprecherin der SPD-Stadtratsfraktion an. Sie findet es schon fast ärgerlich, dass trotz aller Erfolge in der Frauenpolitik Jahr für Jahr die gleichen Problematiken thematisiert werden müssen.

Zum Schwerpunkt des diesjährigen Frauentags „Frauen brechen auf – für ein Leben frei von Sexismus und Gewalt“ stellt sie fest, dass sexualisierte Gewalt in ihren vielfältigen Formen leider immer noch auch Teil der deutschen Kultur ist. „Wir haben in Sachen Gleichstellung viel erreicht, dennoch existieren auch hier bei uns noch überkommene Rollenbilder, mit denen endlich aufgeräumt werden muss“ so Penzkofer-Röhrl. An die Bundesregierung gewandt fordert sie, dass die geplante Reform des Sexualstrafrechts nun zügig umgesetzt werden muss: „es genügt nicht, Konventionen des Europarats zur Verhütung von Gewalt gegen Frauen wie die Istanbul-Konvention zu unterzeichnen, man muss sie auch umsetzen“.

„Frauen haben sich aber auch schon ganz konkret auf den Weg gemacht, um Unterdrückung, Gewalt und Folter in ihrem Heimatland zu entfliehen – hier sind wir vor Ort gefordert, sie vor weiterer Gewalt zu schützen. Ich begrüße es daher sehr, dass es mittlerweile für alleinstehende Frauen mit und ohne Kinder eine eigene Flüchtlingsunterkunft gibt, Beratungen angeboten werden und derzeit an Aufklärungskonzepten für die Rechte von Frauen gearbeitet wird“.

Penzkofer-Röhrl weist aber auch eindringlich darauf hin, dass bei aller Wichtigkeit dieses derzeit zentralen Themas nicht vergessen werden darf, dass es noch viele gleichstellungspolitische Baustellen gibt: die noch nicht erreichte Entgeltgleichheit, mangelnde berufliche Aufstiegschancen in Führungspositionen, einer geschlechtergerechten und damit familienfreundlichen Verteilung der Arbeitszeit und vieles mehr. „Frauen haben sich schon auf den Weg gemacht und sie gehen ihn weiter, für eine geschlechtergerechte Gesellschaft, die die Belange von Frauen und Männern in den Blick nimmt“, so Penzkofer-Röhrl.

Eine kleine Anregung hat sie für all diejenigen, die zum Frauentag Blumen verschenken wollen: sie sollten darauf achten, dass diese Blumen nicht aus Anbaugebieten stammen, in denen Frauen zu Hungerlöhnen und gesundheitsschädigenden Bedingungen arbeiten müssen.