Nürnberg braucht Wohnungen für Studierende

SPD sieht Freistaat in der Pflicht

  • von  Fabian Meissner/Thorsten Brehm
    02.02.2016
  • Beiträge, Brehm, Meissner, Wohnen

Das Thema bezahlbarer Wohnraum bleibt auch weiterhin ganz oben auf der Agenda der SPD-Stadtratsfraktion. Vor dem Hintergrund der Rekordzahl an Studierenden in der Stadt und dem weiteren Ausbau des Hochschulstandortes fordern die Sozialdemokraten nun, sich um die Wohnsituation junger Leute zu kümmern und entsprechende Strategien zu entwickeln.  

Im Bereich des studentischen Wohnens hat eine Studie des Deutschen Studentenwerks gezeigt, dass 2015 lediglich 10,2 Prozent der Studierenden in Bayern in Wohnheimplätzen untergebracht waren. „Nürnberg liegt mit einer Unterbringungsquote von 8,36 Prozent sogar unter dem Durchschnitt“, kritisiert SPD-Stadtrat Fabian Meissner und verweist auf die lediglich zwölf Studentenwohnheime bzw. -gebäude im Stadtgebiet.  

2015 wurde in der Fürther Straße ein gefördertes Wohnheim mit 79 Plätzen eröffnet, ein zweites in der Allersberger Straße mit etwa 190 Plätzen. „Diese Plätze werden aber angesichts der massiven Zunahme an Studierendenzahlen und des damit einhergehenden zusätzlichen Bedarfs an Wohnraum für Studierende wohl nicht ausreichen“, heißt es im jüngsten Bildungsbericht der Stadt Nürnberg.  

„In der Metropolregion mit ihren zahlreichen Hochschulen und vor allem im Stadtgebiet wird das Thema des bezahlbaren Wohnraums für Studierende entscheidend sein, um weiterhin als attraktiver Standort in der Hochschullandschaft wahrgenommen zu werden. Gerade in Ballungsgebieten mit hohen Zuzugszahlen junger Menschen, wie unserer Stadt, ist es dringend notwendig, verstärkt bezahlbaren Wohnraum für Studierende bereitzustellen. Eine Wohnheimquote von mindestens 15 Prozent wäre dringend angeraten“, meint der wohnungspolitische Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion Meissner.           

Auf dem ehemaligen AEG-Gelände sollen sich nach aktuellen Planungen der Staatsregierung Einrichtungen der Friedrich-Alexander-Universität und der Technischen Hochschule ansiedeln. „Das Thema Wohnen müssen wir dabei von Beginn an mitdenken. Wir sehen deshalb auch den Freistaat in der Pflicht, sich frühzeitig durch eine verstärkte Aktivität der bayerischen Studentenwerke darum zu kümmern“, meint SPD-Stadtrat Thorsten Brehm. Er fordert die Staatsregierung auf, zeitnah aktiv zu werden und genauso Flächen im Umfeld des künftigen Hochschulstandortes im Nürnberger Westen für den Neubau von Studentenwohnheime zu sichern, um auch in Zukunft für Studierende ein attraktiver Standort zu bleiben.