Street Art in Nürnberg

Eine wichtige Ausdrucksform der Jugendkultur

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,  

unter Street Art versteht man in der Regel vielfache Formen von im öffentlichen Raum angebrachten Zeichen und Kunstwerken - von klassischem Graffiti (gesprayte Schriftzüge) über Stencils (mittels Schablonen aufgesprühte Werke) und Sticker (Aufkleber) bis zu Wand und Bodengemälden.  

Street Art, seit den 70er Jahren aus den USA bekannt, hat sich seitdem zu einer anerkannten Kunstform entwickelt, die auch in renommierten Museen gezeigt und auf dem Kunstmarkt hoch gehandelt wird.  

Diese, auch Urban Art genannte Kunstform ist dabei nicht nur eine neue Form der Stadtgestaltung, sondern auch gleichzeitig eine wichtige Ausdrucksform der Jugendkultur.  

Um der Nürnberger Szene weitere Entfaltungsmöglichkeiten zu geben stellt die SPD-Stadtratsfraktion daher zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden   

Antrag   

  1. Die Verwaltung berichtet über die Nürnberger Szene und deren derzeitige Ausdrucksformen bzw. berichtet über aktuelle Beispiele sowohl aus dem künstlerischen Bereich (z.B. Westbad) als auch aus dem jugendkulturellen Bereich unter künstlerischer Anleitung (z.B. Förderzentrum Sielstraße).   
  2. Die Verwaltung wird gebeten, Flächen zu benennen, die sich für Street Art eignen und sich im Besitz der Stadt bzw. städtischer Beteiligungsgesellschaften befinden - ggf. kann hier eine Art Flächenpool gebildet werden.   
  3. Die Verwaltung stellt dar, inwiefern alternative Ideen zur Schaffung zusätzlicher Flächen und das temporäre Aufstellen mobiler Wände im Rahmen von Festivals bzw. an Plätzen in der Innenstadt, aber auch in den Stadtvierteln, von KünstlerInnen legal gestaltet werden können. Unter der Leitung etablierter, lokaler KünstlerInnen können in diesem Kontext z.B. Workshops für Jugendliche angeboten und auch Werke von Nachwuchs-Talenten auf transportablen Wänden ausgestellt werden.     
  4. Die Verwaltung berichtet über Fördermöglichkeiten von Street Art-Projekten durch Kooperationen, Stiftungen, Zuschüssen und eine inhaltliche Beratung hinsichtlich der Konzeption und Umsetzung. Dabei sollte die Vielfalt der Street Art berücksichtigt werden, die neben der Wandmalerei und Sprühtechnik auch Skulpturen und Installationen bis hin zur urbanen Performance umfasst. Ggf. könnte auch unter Einbeziehung der lokalen Szene und international renommierter KünstlerInnen ein Street Art Festival ins Auge gefasst werden.   
  5. Die Verwaltung prüft des Weiteren, ob und wie städtische Einrichtungen im Kulturbereich in den nächsten Jahren die Kunstform Street Art, ihre Gegenwart und ihre Geschichte in Ausstellungen oder in anderer  Form aufnehmen und präsentieren könnten.      

Mit freundlichen Grüßen

Antragstellerin

Eva Bär

Stadträtin